17 Mrz

PostgreSQL Release 9.4

Bereits am 18. Dezember 2014 hat die PostgreSQL-Community die neue Version 9.4 herausgegeben. Für alle, die davon bis jetzt noch nichts mitbekommen haben oder schlichtweg noch keine Zeit hatten, sich über das Release 9.4 zu informieren, folgt nun ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Durch den neuen Datentyp JSONB – binary JavaScript Object Notation – wird ein großer Beitrag in Richtung Flexibilität geleistet, da JSON-Daten nun nativ gespeichert und abgefragt werden können. Durch JSONB wird die Verarbeitung des im Web verbreiteten Datenaustauschformats beschleunigt – schnelle Suche mit einfacher Syntax, gestützt durch Generalized Inverted Indexe (GIN). Es können strukturierte und unstrukturierte Daten einfach und vollintegriert miteinander kombiniert werden. Der PostgreSQL-Nutzer steht nun nicht mehr vor der Wahl zwischen relationaler und nicht-relationaler Datenbanken, da mithilfe von JSONB beides zur gleichen Zeit zur Verfügung steht.

Ein Fortschritt in Richtung Skalierbarkeit wird durch das neue API – Application Programming Interface – Logical Decoding generiert. Es ermöglicht, PostgreSQL-Replikationsdaten zu lesen, zu analysieren, zu filtern, zu modifizieren und zu manipulieren. Diese Schnittstelle dient als Grundlage für neue Replikations-Werkzeuge, wie bidirektionale Replikation, die das Verteilen der Daten schneller und flexibler gestalten. Weitere Verbesserungen und Überarbeitungen im Replikationsmechanismus, wie Replikations-Slot und zeitverzögerte Replika-Server, bieten neue Möglichkeiten und verbessern das Management von replizierten Datenbanken.

Systemeinstellungen in der Datei postgresql.conf lassen sich nun mit dem SQL-Kommando ALTER SYSTEM SET ändern. Der Server postgresql.conf.auto schreibt die Werte. Beim Start liest er diese als Letztes, sodass ihr Inhalt Vorrang vor der Datei postgresql.conf hat.

Ziel eines jeden neuen Release ist, eine Performance-Steigerung zu erreichen. So sind auch mit dem Release 9.4 einige verschiedene Performance-Verbesserungen verbunden. Angefangen bei GIN-Indizes mit einer bis zu dreimal höheren Geschwindigkeit bei bis zu 50% weniger Platzbedarf. Ebenso können Materialized Views nun im Hintergrund aktualisiert werden, ohne laufende Abfragen zu blockieren. Dies wiederum ermöglicht schnellere und aktuellere Reports. Zudem ist ein schnelleres Aufwärmen des Datenbank-Cache beim Neustart mit pg_prewarm erkennbar.  Zuletzt sorgt die neue PostgreSQL-Version für ein schnelleres paralleles Schreiben in das PostgreSQL Transaktions-Log.

Somit sind die wichtigsten Neuerungen und Veränderungen, die mit der Version 9.4 einhergehen, zusammengefasst. Es bleibt spannend, welche Verbesserungen die PostgreSQL-Community im Hinblick auf Flexibilität, Skalierbarkeit und Performance im nächsten Release zaubert.

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